Blue Farm Gründer im YOU GO SISTER Podcast

Wer sich schon immer einmal gefragt hat, wie eine Gründung abläuft und wie man den entsprechenden Mut aufnimmt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, kann im YOU GO SISTERS Podcast die Perspektive von unserer Gründerin Katia hören. Im Gespräch mit Nathalie Cerny gewährt Katia einen Blick hinter die Kulissen einer Gründerin und spricht über ihre Gedanken und Tipps zur Gründung und darüber, wie sie Blue Farm zukünftig entwickeln möchte. 


Nathalie: Was hat dich dazu bewegt, selbst ein Unternehmen zu gründen?

Katia: Ich habe schon immer gerne eigenverantwortlich gearbeitet. Das hat sich am Anfang meiner beruflichen Laufbahn so ausgeprägt, dass ich immer viel Gas gegeben habe und schnell eigene Verantwortungsbereiche übernehmen wollte. Ich hatte einfach unheimlich viel Freude daran, Unternehmen zu unterstützen und an einer Vision zu arbeiten. Und ich hatte das Glück, immer eng mit Gründern zusammenarbeiten zu dürfen und habe so gesehen, wie Unternehmertum im Alltag aussieht. Dabei habe ich aber immer gesagt, dass wenn ich gründe, ich etwas mit Impact machen möchte. Ich wollte nie gründen, nur um zu gründen. Und als dann Philip mit der Idee für Blue Farm auf mich zugekommen ist, hat Blue Farm das alles für mich erfüllt: einerseits trinke ich selbst seit mehr als 8 Jahren pflanzliche Milch und kenne die Situation zu gut, mal wieder keine Milch zuhause zu haben. Da macht ein Pulver zum Selbstanmischen einfach nur Sinn. Auf der anderen Seite haben wir mit Blue Farm aber auch einen  echten Impact: du kannst am Morgen einfach schon etwas Gutes für dich und auch für die Umwelt tun, in dem du viel Verpackungsmüll und Transportemissionen einsparst, wenn du 10 Sekunden am morgen investierst und deinen Haferdrink selbst anmischt.

Wie schätzt ihr den pflanzlichen Milchalternativen-Markt ein und was hat euch dazu bewegt, dort zu gründen?

Es schon schon ein Trend, zu pflanzlichen Milchalternativen zu wechseln: Sei es aus gesundheitlichen Gründen weil man laktoseintolerant ist oder aus dem Nachhaltigkeitsgedanken. Pflanzliche Ernährung ist ja auch das, was man als Individuum unfassbar gut machen kann, wenn man einen Impact auf den Klimawandel haben möchte. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch bewusst sein, dass wenn man sich pflanzlich ernährt, auch potentiell viele Zusatzstoffe zu sich nehmen kann. Das heißt, pflanzliche Ernährung ist nicht unbedingt gleich gesunde Ernährung. Und das haben wir uns als Blue Farm auf die Flagge geschrieben, dass wir sowohl ein sehr nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen wollten, aber auch ein Clean Label Produkt. Clean Label bedeutet in diesem Kontext einfach, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind und wir die Zutatenliste die so kurz wie möglich ist. In unserem Fall ist das Hafer und Salz - das ist alles, was in dem Pulver enthalten ist. Der Hafer wird enzymatisch behandelt, das heißt es werden natürliche Enzyme hinzugefügt, die dann die Proteine im Hafer aufspalten und die die süße Cremigkeit erzeugen, wodurch sich das Pulver gut mischen lässt. Das macht es für uns aber auch doppelt anstrengend, weil wir ein nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen wollen, das Clean Label ist.

Nathalie: Wie war es, aus einem sicheren Job heraus zu gründen und was hat dir gesagt, dass das die richtige Entscheidung ist?

Katia: Unsicherheit ist auf jeden Fall etwas, was bei einer Gründung immer mitschwingt, vor allem wenn man einen sicheren Jobaufgibt. Ich denke es ist wichtig für sich zu definieren, was einem wichtig ist. Bei mir ist es bei der Arbeit so, dass ich einfach sehr intrinsisch motiviert bin. Das, was ich tue, liebe ich. Und klar,  ein großes Gehalt ist schön, aber das ist eben nicht alles. 

Und wenn es um das Thema Gründung bei Frauen geht, dann habe ich auch bei mir selbst festgestellt, dass Frauen geneigt sind, erst einen Schritt zu wagen, wenn sie sich kompetent genug dafür fühlen. Man sagt ja auch immer: Männer werden nach Potential bezahlt und Frauen nach Kompetenz. Ich will da auch gar nicht zu sehr stereotypisieren, aber ich habe bei mir schon festgestellt, dass ich mir vor 3-4 Jahren noch unsicher gewesen wäre, ob ich für eine Gründung breit bin. Im letzten Sommer bin ich aber dann an einem Punkt angekommen, an dem ich gemerkt habe, dass ich vor nichts mehr Angst habe und es keine Herausforderung gibt, die ich nicht managen könnte. Und das hat mir einfach verdammt viel Sicherheit gegeben und deswegen war letzten Sommer für mich der perfekte Zeitpunkt, um zu gründen.

Nathalie: Was würdest du raten, wenn man überlegt, selbst zu gründen? 

Katia: Ich glaube es ist ganz wichtig - das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen - dass man sich darüber bewusst wird, was man eigentlich kann und wo man Hilfe braucht. Ich finde in einem Team gründen immer gut, weil man dann im Zweifel nicht allein vor einem großen Problem steht, sondern man sich zuvor einen Partner sucht, der komplementär zu einem ist und der einen dort auffängt, wo man nicht seine 100%ige Stärke sieht. Ich empfehle, sich mit seinem Gründungspartner die Zeit zu nehmen und offen darüber zu sprechen: was sind die Stärken, Schwächen und ganz wichtig die Werte, die jeder mitbringt. Ist das etwas, womit ich zurecht komme? Und wenn das alles passt, daraufhin die gemeinsame Vision zu definieren.

Nathalie: Und welche Herausforderungen hast du bei der Gründung erfahren? 

Katia: Ich kann nur von meiner Perspektive aus sagen, dass das alles halb so wild ist und man sich vorab nicht zu viele Gedanken machen sollte, sondern einfach „machen“.  Der Weg zum Erfolg - auch bei einer Gründung - ist immer steinig, man wird zurückgeworfen, man muss wieder aufstehen und weitermachen. 

Gründen heißt aber auch, keine Angst davor zu haben, nach Hilfe zu fragen. Das ist ganz wichtig: man ist nicht allwissend, deswegen ist die Gründung im Team von meiner Seite aus ein sehr guter Tipp. Und ich glaube es gehört auch dazu, den Mut zu haben, seine Stimme zu erheben, denn es gibt keine doofen Fragen. Einfach fragen bringt einen im Leben extrem weiter. Frauen mögen da auch ein bisschen schüchterner sein als Männer, aber auch hier gilt: immer wieder selbst ermutigen und sich pushen. Und wenn man das oft genug gemacht hat, wird das irgendwann zur Selbstverständlichkeit. Und wenn man nervös ist, hilft es immer sich vor Augen zu führen, dass alle nur mit heißem Wasser kochen. Sei selbst reflektiert und behalte immer für die im Kopf, was du eigentlich kannst und schon alles geschafft hast? Dann muss man auch nicht im Erdboden versinken, wenn dann Sachen mal nicht zu 100% laufen.

Nathalie: Und wie sieht die Zukunft von Blue Farm aus?

Katia: Also unsere DNA ist auf jeden Fall pflanzliche Milch auf Pulverbasis.  Wir arbeiten gerade an einer Barista-Edition, die dann vor allem für Cafés und Gastronomen interessant ist. Und Internationalisierung ist für uns natürlich auch ein Thema, weil wir schon viele Anfragen aus dem Ausland bekommen. Wenn man einen Impact haben will, dann muss man auch global denken. Denn je mehr Menschen wir erreichen, desto mehr Verpackungsmüll und unnötige Emissionen können wir sparen.

Nathalie: Was würdest du anderen Frauen gerne abschließend mit auf den Weg geben?

Katia: Wenn ich reflektiere, was hat bei mir gut funktioniert, dann gilt das sowohl für Männer als auch Frauen: Um beruflich schnell weiterzukommen, ist es wichtig, sich ein klares Verständnis darüber zu schaffe, was möchte ich eigentlich und dafür dann zu kämpfen und hart zu arbeiten. Ich glaube, man muss jetzt nicht mit 25 sich ein Ziel setzen, wo man mit 35 stehen will. Eigene Ziele helfen enorm sich selbst zu motivieren und zu pushen. Bei dem anderen Thema, welches ich wichtig finde, geht es um das Arbeitsumfeld und die Kultur innerhalb eines Unternehmens. Hier sollte man sich schnell darüber bewusst werde, ob der / die Vorgesetzte ein Enabler ist und ein Interesse daran hat, dich als Person individuell weiter zu entwickeln und Freude daran hat, dich wachsen zu sehen. 

Für eine Gründung kann ich nur sagen, suchen dir die richtigen Partner und Mentoren und habe keine Angst davor nach Hilfe zu fragen und groß zu denken.


Wer Lust hat, den gesamten Podcast zu hören der findet diesen hier auf Spotify und Apple Podcasts. Hört gleich mal rein!

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