Müll richtig trennen: Die 5 größten Mythen der Mülltrennung

Die Deutschen gelten als Meister der Mülltrennung. Dies ist meist auch der erste Punkt, den vielen nennen, wenn es um ihr Umweltbewusstsein geht. Aber dabei ist die richtige Trennung des Abfalls nicht so einfach - denn was genau gehört denn in die Papiertonne, das Altglas, die Wertstofftonne und den Restmüll? Wohin mit dem Briefumschlag mit Sichtfenster und in welche Tonne soll der Pizzakarton wandern? Wir räumen mit den hartnäckigsten Müllmythen der Abfalltrennung auf, um ein für alle Mal Klarheit zu schaffen und unseren Planeten sauberer zu hinterlassen.

Mythos #1: Mülltrennung bringt nichts, weil sowieso alles verbrannt wird

Erst einmal müssen wir mit den Grundlagen aufräumen: lohnt sich Mülltrennung denn überhaupt? Zwar stimmt es, dass in Deutschland nicht alles, was in einer Mülltonne landet, auch wiederverwendet wird, denn ca. 31% der Hausmüllabfälle werden verbrannt. Aber genau das ist der Grund, warum es sich lohnt, es bei der Mülltrennung ganz genau zu nehmen: Denn die Recyclingraten der einzelnen Wertstoffe sind oft sehr hoch, wenn sie als Monostoffe, also in ihrer reinen Form vorliegen. Und je genauer wir zuhause Müll trennen, desto besser können die Systeme in den Müllanlagen die Wertstoffe erkennen und entsprechend recyceln. Denn es wird nur so viel verbrannt, weil wir es zu Hause nicht besser trennen und es somit nicht besser recycelt werden kann. Hier befinden wir uns in einem Kreislauf, den wir selbst durch Mülltrennung durchbrechen können. Es lohnt sich also, sich etwas intensiver mit der Mülltrennung auseinanderzusetzen.

Mythos #2: Alles Papier gehört in die Papiertonne

Nicht jedes Papier gehört automatisch in die Papiertonne. Kassenzettel und Tickets haben im Papiermüll beispielsweise nichts verloren, weil sie häufig auf Thermopapier gedruckt werden und deswegen im Restmüll entsorgt werden müssen. Ähnlich ist es mit Backpapier, das aufgrund seiner Teflonbeschichtung nicht in den Papiermüll gehört. Im Allgemeinen gehören auch alle Papiere und Pappen, die dreckig sind, wie z.B. der Pizzakarton oder Taschentücher, nicht in den Papiermüll. Für Papier ist der Reißtest eine gute Faustregel: wenn ein Papier unverschmutzt ist und es sich reißen lässt, darf es in die Papiertonne. Wer sich bei Umschlägen mit Sichtfenstern oder Tackern dennoch unsicher ist: diese dürfen zwar grundsätzlich in den Papiermüll, da diese leicht aussortiert werden können. Aber auch hier gilt erneut die Monostoff-Regel: Abfälle sollten so genau wie möglich getrennt werden - deswegen lieber die Tackerklemme und das Sichtfenster vom Papier trennen und einzeln entsorgen. 

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Nur saubere Pappe gehört in die Papiertonne

Mythos #3: Altglas braucht nicht nach Farben getrennt zu werden

Glas ist ein wahrer Held mit einer Recyclingquote von fast 90%, und das nahezu beliebig oft. Um diese Quote aufrecht zu erhalten, ist es besonders wichtig, die farbliche Trennung beim Einwerfen zu beachten. Denn schon eine kleine Menge einer falschen Farbe kann die Recyclingquote erheblich senken. Deswegen stimmt es auch nicht, dass im LKW, der die Glascontainer leert, alle Farben zusammen transportiert werden. Für jemanden, der eine Entleerung beobachtet, sieht dies vielleicht im ersten Moment so aus, allerdings befinden sich in den Containern Wände, die eine farbliche Trennung sicherstellen. Die Deckel der Flaschen sollten übrigens einzeln entsorgt werden. Falls ein Deckel doch einmal auf dem Glas bleibt, ist dies nicht sonderlich schlimm, denn diese können leicht aussortiert werden. Aber auch hier gilt: alles, was zu Hause bereits getrennt wird, spart im großen Rahmen sehr viel Arbeit und Ressourcen.

Mythos #4: Jede Plastikform gehört in den Gelber Sack

Auch Plastik ist nicht gleich Plastik: In den Gelben Sack gehören beispielsweise nur Leichtverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien. Als Faustregel gilt hier, nur Verpackungen in den Gelben Sack zu werfen, nicht aber schweres Plastik wie beispielsweise Zahnbürsten. Wer allerdings im Haus eine Wertstofftonne hat, sollte genau darauf achten, welche Materialien darin erlaubt sind, meist steht dies außen an der Tonne. Hier können meist alle Kunststoffe, Metalle und Verbundsstoffe entsorgt werden. An dieser Stelle kann auch gleich mit ein paar anderen Mythen aufräumt werden: Joghurtbecher müssen nicht vor dem Wegschmeißen durchgespült werden. Hier reicht eine löffelreine Entsorgung, da diese beim Recyclen erneut gewaschen werden. Viel wichtiger ist es, die Joghurtbecher nicht zu stapeln und den Deckel zu trennen, da diese sonst nicht von den Infrarotsensoren getrennt werden können. Es gilt also wieder: alle Stoffe so gut wie möglich einzeln entsorgen. Das ist zum Beispiel auch der Grund, warum Getränkekartons so schwer zu recyceln sind: dadurch, dass Pappe und Plastik zusammenhängen, können nur rund ⅓ der Wertstoffe recycelt werden. Deswegen setzen wir bei Blue Farm aktuell auf Monoplastik bei unseren Verpackungen, da hier das Recyclingpotential am höchsten ist.

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Plastik ist nicht gleich Plastik: Nicht jedes Plastik gehört in den Gelben Sack

Mythos #5: Hausmüll gehört komplett in die Restmülltonne

Wenn man sich unsicher bei bestimmten Abfall ist, könnte man verleitet sein, dies in die Resttonne zu entsorgen, denn da gehört bestimmt der ganze Rest hinein. Leider stimmt dies nicht, denn nicht jeder Hausmüll darf in die Restmülltonne. Neben allen, was vorab bereits in den Papiermüll, die Wertstofftonne und dem Altglas gelandet ist, dürfen in der Restmülltonne Hygieneartikel, verschmutzte Papiere, Folien und die Inhalte des Staubsaugers landen. In dem Restmüll haben allerdings Elektrogeräte, Batterien, Korken oder Essensreste nichts verloren. Davon gehört alles auf den Wertstoffhof, nur die Essensreste sollten in der Biotonne oder dem Kompost entsorgt werden.

Mülltrennung ist zugegeben nicht so leicht, wie zunächst gedacht, aber wer die Grundlagen verstanden hat und versucht, alle Stoffe einzeln zu entsorgen, erspart den Entsorgungsanlagen Arbeit und tut der Umwelt viel Gutes. Und wir haben gelernt, dass die Blue Farm Verpackung in den Gelben Sack bzw. die Wertstofftonne gehört, es spricht also nichts dagegen, gleich sein eigenes Haferdrinkpulver im Farmshop zu bestellen! Frei nach dem Motto: drink good, do good.

Quellen

Wir-lieben-Recycling.de

For-me-online.de: Recycling Mythen

BSR.de: Müllmythen

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